EMDR-Therapie: Ablauf, Kosten, Kritik und Grenzen

EMDR ist eine Methode zur Verarbeitung belastender Erinnerungen, die in der Praxis Neuroplast in Wülfrath eingesetzt wird. Diese Seite erklärt sachlich, was bei einer EMDR-Therapie passiert, was die Leitlinie sagt, welche Nebenwirkungen und Kritik es gibt, was EMDR kostet und wann es nicht passt, Stand 10/2026.

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  • Matthias Kranz, Heilpraktiker für Psychotherapie
  • Praxis in Wülfrath
  • Erstgespräch kostenlos und unverbindlich
Keine Kassenleistung

Matthias Kranz ist Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie) und kein approbierter Psychotherapeut. Die Behandlung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, auch nicht über das Kostenerstattungsverfahren. Ob eine private Krankenversicherung oder Zusatzversicherung etwas erstattet, hängt von Ihrem Vertrag ab und ist nicht garantiert. In NRW sind psychotherapeutische Leistungen von Heilpraktikern nicht beihilfefähig. Wer einen Therapieplatz mit Kassenabrechnung sucht, erreicht die Terminservicestelle unter 116117.

Auf einen Blick
  • EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing und wurde in den 1980er Jahren von Francine Shapiro entwickelt.
  • Für Erwachsene mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) empfiehlt die S3-Leitlinie PTBS eine traumafokussierte Psychotherapie und nennt EMDR unter den Methoden mit robuster Evidenz.
  • Eine Erfolgszusage ist damit nicht verbunden. Wie viele Sitzungen nötig sind, ist individuell sehr verschieden.
  • Kosten in der Praxis Neuroplast: 80 € je Stunde, Selbstzahlerpraxis. Das Erstgespräch ist kostenlos.

Was ist EMDR-Therapie?

EMDR ist eine strukturierte Methode zur Verarbeitung belastender Erinnerungen und traumatischer Erlebnisse. Kernstück ist die sogenannte bilaterale Stimulation: Sie folgen mit den Augen den Handbewegungen der behandelnden Person, die abwechselnd nach rechts und links gehen. Statt Augenbewegungen können auch Töne oder leichte Berührungen der Handrücken eingesetzt werden. Währenddessen richten Sie die Aufmerksamkeit auf eine belastende Erinnerung und auf das, was dabei in Gedanken, Gefühlen und Körper auftaucht.

Die Grundidee: Belastende Erfahrungen, die nicht ausreichend verarbeitet wurden, wirken mit Bildern, Gefühlen und Körperreaktionen in die Gegenwart hinein. EMDR soll die Verarbeitung dieser Erinnerungen anstoßen, sodass sie weniger belastend erlebt werden können. Wie genau das im Gehirn geschieht, ist nicht abschließend geklärt; belegt ist die Wirksamkeit der Methode bei der PTBS von Erwachsenen, nicht ein bestimmtes Erklärungsmodell.

Was macht man bei einer EMDR-Therapie?

Im Mittelpunkt steht die gezielte, begleitete Auseinandersetzung mit einer Erinnerung, Stück für Stück und in kurzen Abschnitten. Zwischen den Stimulationsserien wird jeweils kurz innegehalten und besprochen, was sich zeigt. Sie behalten die Kontrolle: Sie bestimmen mit, welche Erinnerung bearbeitet wird, und können jederzeit eine Pause verlangen.

Ablauf: die acht Phasen

EMDR folgt einem festen Protokoll mit acht Phasen. Nicht jede Phase kommt in jeder Sitzung vor; manche ziehen sich über mehrere Termine, andere dauern wenige Minuten.

  1. Anamnese und Behandlungsplanung: Vorgeschichte, aktuelle Belastung, Ziele und Bereitschaft werden besprochen; mögliche Erinnerungen für die Verarbeitung werden gemeinsam ausgewählt.
  2. Vorbereitung: Sie lernen Wege, mit starker Anspannung umzugehen, zum Beispiel Vorstellungs- und Beruhigungsübungen, und erfahren, wie eine Sitzung abläuft.
  3. Bewertung: Für eine Erinnerung werden ein inneres Bild, eine belastende Überzeugung über sich selbst, eine gewünschte Überzeugung, Gefühle und Körperempfindungen benannt.
  4. Desensibilisierung: Sie halten die Erinnerung im Blick, während in kurzen Serien Augenbewegungen, Töne oder Berührungen abwechselnd links und rechts gesetzt werden. Danach wird kurz besprochen, was auftaucht.
  5. Verankerung: Die gewünschte, hilfreichere Überzeugung wird mit der Erinnerung verbunden.
  6. Körpertest: Sie achten darauf, ob beim Gedanken an die Erinnerung noch Anspannung im Körper spürbar ist.
  7. Abschluss: Jede Sitzung endet so, dass Sie wieder gut im Hier und Jetzt ankommen, auch wenn die Verarbeitung noch nicht abgeschlossen ist.
  8. Überprüfung: Zu Beginn der nächsten Sitzung wird besprochen, was sich verändert hat und wie es weitergeht.

Ob vor der Bearbeitung von Erinnerungen eine längere Stabilisierungsphase nötig ist, wird unterschiedlich gehandhabt. Die S3-Leitlinie PTBS hält fest, dass für eine generell notwendige vorausgehende Stabilisierungsphase bei Erwachsenen mit PTBS derzeit keine Evidenz vorliegt. Im Einzelfall kann eine Vorbereitung trotzdem sinnvoll sein, etwa wenn starke Anspannung den Alltag bestimmt. Das wird individuell besprochen.

Wie lange dauert eine EMDR-Therapie?

Das ist individuell sehr verschieden und hängt unter anderem davon ab, ob es um ein einzelnes Ereignis oder um lang andauernde Belastungen geht, wie stabil Ihr Alltag gerade ist und wie Sie auf die Methode ansprechen. Eine feste Sitzungszahl kann seriös niemand vorab zusagen. Sinnvoll ist, gemeinsam regelmäßig zu überprüfen, ob sich etwas in die gewünschte Richtung bewegt.

Sie müssen sich nicht vorab für EMDR oder Hypnose entscheiden

Informieren Sie sich über Vorgehen und Grenzen. Bei der Anfrage können Sie zunächst klären, wie die Praxis arbeitet.

Was die Leitlinie sagt, und was nicht

Vier Fragen werden in Gesprächen über EMDR oft vermischt. Sie lassen sich getrennt beantworten:

1. Ist EMDR wirksam? (Evidenz)

Für Erwachsene mit PTBS soll laut S3-Leitlinie PTBS (Fassung vom 27.02.2026, Empfehlung 2.1, Empfehlungsgrad A) eine traumafokussierte Psychotherapie im Einzelsetting angeboten werden. Wegen der robusten Evidenz nennt die Leitlinie in alphabetischer Reihenfolge EMDR, Kognitive Therapie, Kognitive Verarbeitungstherapie, Narrative Expositionstherapie und Prolongierte Exposition. Die Qualität der Evidenz für die PTBS-Symptome bewertet sie als moderat. Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie hat EMDR 2006 als Methode zur Behandlung der PTBS bei Erwachsenen anerkannt.

2. Zahlt die Kasse? (Anerkennung im Kassensystem)

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat EMDR am 16.10.2014 in die Psychotherapie-Richtlinie aufgenommen, in Kraft seit 03.01.2015: für Erwachsene mit PTBS, angewendet von approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Rahmen eines Richtlinienverfahrens, seit dem Beschluss vom 21.03.2024 auch in der Systemischen Therapie. Beim Heilpraktiker für Psychotherapie ist EMDR keine Kassenleistung.

3. Wer bietet es an? (Qualifikation)

Die Leitlinie sagt etwas über die Methode, nicht über die einzelne behandelnde Person. EMDR setzt eine fundierte Ausbildung voraus; die Fachgesellschaft EMDRIA Deutschland zertifiziert Behandelnde nach den Standards von EMDR Europe. Matthias Kranz ist Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie). Fragen Sie im Erstgespräch nach der EMDR-Ausbildung, das ist üblich und legitim.

4. Passt es zu mir? (Eignung)

Auch eine gut belegte Methode passt nicht für jeden Menschen und jedes Anliegen. Ob EMDR für Sie in Frage kommt, hängt von Ihrer Situation, Ihren Zielen und Ihren Erfahrungen ab und lässt sich nur im Gespräch klären.

EMDR bei Depressionen, Ängsten und Bindungstrauma

EMDR wird auch bei anderen Anliegen angewendet, etwa bei Ängsten, Phobien, innerer Unruhe, Depressionen mit belastender Vorgeschichte oder Bindungstrauma. Die genannten Anerkennungen in Deutschland beziehen sich aber auf die PTBS bei Erwachsenen. Für Depressions- und Angstsymptome bei PTBS bewertet die S3-Leitlinie die Qualität der Evidenz als sehr niedrig.

Für die komplexe PTBS nach ICD-11, die oft nach lang andauernder Belastung etwa in der Kindheit beschrieben wird, empfiehlt die Leitlinie (Empfehlung 5.1, Empfehlungsgrad B) eine Kombination traumafokussierter Techniken mit Techniken zur Emotionsregulation, zum Selbstwert und zu Beziehungsmustern. EMDR wurde dort in einzelnen Studien untersucht; die meisten ausgewerteten Übersichtsarbeiten haben laut Leitlinie eine geringe Qualität. Hilft EMDR gegen Depressionen oder bei Bindungstrauma? Möglich ist es, belegt im Sinne der Leitlinie ist es nicht. Mehr dazu auf der Seite Entwicklungstrauma bei Erwachsenen.

Nebenwirkungen, Kritik und schlechte Erfahrungen

Mögliche Nebenwirkungen

EMDR arbeitet mit dem Wiedererinnern belastender Inhalte. Das kann laut Aufklärungsbogen von EMDRIA Deutschland zu Belastungen im seelischen und körperlichen Bereich führen, auch über die Sitzung hinaus, in seltenen Fällen auch längerfristig. Beschrieben werden zum Beispiel:

  • starke Gefühle wie Angst, Trauer, Wut oder Scham während der Sitzung
  • Unruhe, Erschöpfung oder Kopfschmerzen danach
  • neu auftauchende Erinnerungen, lebhafte Träume oder Gedanken an das Erlebte in den Tagen danach

Die S3-Leitlinie PTBS nennt eine detaillierte Beschreibung der Nebenwirkungsprofile traumafokussierter Verfahren ausdrücklich als Forschungsbedarf. Seriös ist deshalb: Nebenwirkungen kommen vor, ihre Häufigkeit ist nicht genau bekannt, und sie gehören in die Aufklärung vor Beginn.

Kritik an EMDR

  • Wirkmechanismus: Seit Jahren wird diskutiert, welchen Anteil die Augenbewegungen selbst an der Wirkung haben und welchen die Konfrontation mit der Erinnerung. Für die Empfehlung der Leitlinie ist das zweitrangig, für das Verständnis der Methode nicht.
  • Übertragung auf andere Anliegen: EMDR wird oft für sehr viele Themen angeboten. Belegt im Sinne der Leitlinie ist die Wirksamkeit bei der PTBS von Erwachsenen.
  • Werbeaussagen: Versprechen wie schnelle oder sichere Ergebnisse sind mit der Studienlage nicht gedeckt. Seien Sie bei solchen Aussagen vorsichtig, auch wenn sie von Anbietern der Methode kommen.

Wenn Sie schlechte Erfahrungen mit EMDR gemacht haben

Manche Menschen erleben EMDR als zu belastend, fühlen sich schlecht vorbereitet oder merken keine Veränderung. Das kann an der Methode liegen, am Zeitpunkt, an der Vorbereitung oder an der Passung zur behandelnden Person. Hilfreich ist, das offen anzusprechen: Was genau war belastend? Wurde genug vorbereitet? Gab es die Möglichkeit, Pausen zu machen oder abzubrechen? Eine schlechte Erfahrung bedeutet nicht, dass Ihnen nicht geholfen werden kann, und auch nicht, dass Sie etwas falsch gemacht haben. Es kann sinnvoll sein, eine andere Methode oder eine andere Fachperson zu wählen.

EMDR nicht selbst anwenden

Im Internet finden sich Videos und Apps mit Augenbewegungen zum Selbermachen. EMDR mit belastenden Erinnerungen gehört in eine begleitete Behandlung mit Aufklärung, Vorbereitung und Abschluss, weil starke Reaktionen auftreten können. Beruhigungsübungen aus der Vorbereitungsphase sind etwas anderes und dürfen selbstverständlich auch zu Hause geübt werden. Für belastende Momente im Alltag gibt es die Seite Flashback: was im Moment hilft.

EMDR, Hypnose oder Gesprächstherapie: Begriffe und Fragen

Wer nach einer schweren Belastung Unterstützung sucht, stößt schnell auf drei Begriffe: EMDR, Hypnose und Gesprächstherapie. Sie stehen für unterschiedliche Vorgehensweisen mit sehr unterschiedlicher Studienlage. Dieser Abschnitt erklärt die Begriffe, ordnet die Belege für Traumafolgen ein und sammelt Fragen für das Erstgespräch. Eine Empfehlung für Ihren Einzelfall ist er nicht, Stand 10/2026.

EMDR

Was es ist: Eye Movement Desensitization and Reprocessing, eine strukturierte Methode zur Verarbeitung belastender Erinnerungen mit wechselseitiger Stimulation durch Augenbewegungen, Töne oder Berührungen.

Belege bei Trauma: Die S3-Leitlinie PTBS (Fassung vom 27.02.2026) empfiehlt Erwachsenen mit PTBS eine traumafokussierte Psychotherapie und nennt EMDR unter den Interventionen mit robuster Evidenz. Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie hat EMDR 2006 als Methode zur Behandlung der PTBS bei Erwachsenen anerkannt.

Kasse: Bei approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist EMDR seit 03.01.2015 Teil der Psychotherapie-Richtlinie, für Erwachsene mit PTBS und eingebettet in ein Richtlinienverfahren, seit 2024 auch in der Systemischen Therapie. Bei einem Heilpraktiker für Psychotherapie gilt das nicht.

Hypnose und Hypnotherapie

Was es ist: Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie beschreibt Hypnotherapie als Verfahren, das hypnotische Trance als veränderten Bewusstseinszustand nutzt, um Verhalten, Gedanken und Gefühlsmuster zu verändern. Dazu gehört oft auch das Üben von Selbsthypnose.

Belege: Im Gutachten von 2006 gilt Hypnotherapie bei Erwachsenen nur für zwei Bereiche als wissenschaftlich anerkannt: psychische und soziale Faktoren bei körperlichen Krankheiten sowie Abhängigkeit, mit Belegen nur für Raucherentwöhnung und Methadonentzug. Für Belastungsstörungen lag damals eine einzige Studie vor; für eine Anerkennung verlangt der Beirat in der Regel mindestens drei. Die S3-Leitlinie PTBS von 2026 führt Hypnose und Hypnotherapie unter den Verfahren, die nicht Teil ihrer Empfehlungen wurden.

Kasse: Hypnotherapie ist kein Richtlinienverfahren der gesetzlichen Krankenversicherung.

Gesprächstherapie

Was es ist: Umgangssprachlich jede Psychotherapie, die vor allem im Gespräch stattfindet. Im engeren Sinn die Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers, ein humanistisches Verfahren.

Belege bei Trauma: Entscheidend ist laut S3-Leitlinie PTBS nicht das Gespräch an sich, sondern ob die Behandlung traumafokussiert ist, also gezielt an den belastenden Erinnerungen, Gedanken und Gefühlen arbeitet. Viele traumafokussierte Verfahren finden selbst überwiegend im Gespräch statt.

Kasse: Richtlinienverfahren sind Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie sowie Systemische Therapie. Die Gesprächspsychotherapie gehört nicht dazu; der Beirat hat sie 2017 nicht als Verfahren für die vertiefte Ausbildung empfohlen.

Was daraus folgt

  • Die drei Begriffe sind nicht gleichwertig. Für die PTBS bei Erwachsenen ist die Studienlage für traumafokussierte Verfahren wie EMDR deutlich besser als für Hypnose.
  • Methode und Qualifikation sind zwei Fragen: Eine gut belegte Methode setzt eine fundierte Ausbildung voraus, und sie passt nicht für jeden Menschen zu jedem Zeitpunkt.
  • In der Praxis Neuroplast arbeitet Matthias Kranz laut Website mit EMDR, CTW-Hypnosetherapie, Brainspotting und systemischer Trancearbeit. Welche Vorgehensweise für Sie in Frage kommt, wird im Erstgespräch besprochen, nicht im Voraus festgelegt.

Fragen, die Sie im Erstgespräch stellen können

Diese Fragen helfen beim Einordnen jeder Methode, egal bei wem. Sie sind keine Prüfung und kein Test.

  • Welche Methode schlagen Sie für mein Anliegen vor, und warum gerade diese?
  • Welche Belege gibt es für diese Methode bei einem Anliegen wie meinem?
  • Welche Ausbildung haben Sie in dieser Methode, und wo haben Sie sie gemacht?
  • Wie bereiten wir die Arbeit an belastenden Erinnerungen vor, und was passiert, wenn mich eine Sitzung stark belastet?
  • Woran merken wir gemeinsam, ob die Methode passt, und was ändern wir, wenn nicht?
  • Wann wären eine ärztliche Abklärung oder eine approbierte Psychotherapie mit Kassenabrechnung der bessere Weg?
  • Was kostet eine Sitzung, und was gilt bei Absagen?

Möchten Sie die Methodenfrage im Erstgespräch klären? Mehr zum Ablauf des kostenlosen Erstgesprächs steht auf der Seite Erstgespräch: Ablauf und Checkliste, mehr zur Hypnose auf der Seite CTW-Hypnosetherapie.

Häufige Fragen zu EMDR, Hypnose und Gesprächstherapie

Was ist der Unterschied zwischen EMDR und Hypnose?

EMDR ist eine strukturierte Methode zur Verarbeitung belastender Erinnerungen: Sie richten die Aufmerksamkeit auf eine Erinnerung, während Augenbewegungen, Töne oder Berührungen abwechselnd links und rechts gesetzt werden. Bei der Hypnose wird ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit, die Trance, genutzt, um mit Vorstellungen und Suggestionen an Gefühlen, Gedanken oder Verhalten zu arbeiten. Der wichtigste Unterschied für Traumafolgen: EMDR gehört laut S3-Leitlinie PTBS zu den empfohlenen traumafokussierten Verfahren, Hypnotherapie nicht.

Was ist eine Gesprächstherapie?

Der Begriff wird uneinheitlich verwendet. Umgangssprachlich meint er jede Psychotherapie, die vor allem im Gespräch stattfindet, also auch Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierte Therapie. Im engeren Sinn ist die Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers gemeint, ein humanistisches Verfahren, das auf Zuhören, Einfühlung und Annahme setzt. Fragen Sie deshalb nach, welches Verfahren genau gemeint ist, wenn Ihnen jemand eine Gesprächstherapie empfiehlt oder davon abrät.

Welche Methode ist bei Trauma am besten belegt?

Für die Posttraumatische Belastungsstörung bei Erwachsenen empfiehlt die S3-Leitlinie PTBS von 2026 mit dem höchsten Empfehlungsgrad eine traumafokussierte Psychotherapie im Einzelsetting. Wegen robuster Evidenz nennt sie dabei unter anderem EMDR, Kognitive Therapie, Kognitive Verarbeitungstherapie, Narrative Expositionstherapie und Prolongierte Exposition. Für andere Traumafolgen, etwa nach langer Belastung in der Kindheit, ist die Studienlage schmaler. Welche Methode für Sie passt, lässt sich nur im Gespräch mit einer Fachperson klären.

Wer entscheidet, welche Methode passt?

Am Ende entscheiden Sie, nach einer Aufklärung über Vorgehen, Belege, Risiken und Alternativen. Die Fachperson bringt ihre Einschätzung ein, Sie Ihre Erfahrungen, Wünsche und Grenzen. Eine Webseite und ein Online-Vergleich können diese Abwägung nicht ersetzen, und diese Seite gibt bewusst keine Empfehlung für Ihren Einzelfall. Wenn Sie unsicher sind, ist eine zweite Meinung legitim, zum Beispiel bei einer approbierten Psychotherapeutin oder in der hausärztlichen Praxis.

Erst Fragen klären, dann entscheiden

Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Fragen zum Ablauf und zu den Bedingungen können Sie vorab telefonisch oder per Rückruf klären.

Wann EMDR nicht passt oder warten sollte

  • wenn eine akute Krise, Lebensgefahr oder Gefahr für andere im Vordergrund steht: dann zuerst die Krisennummern oben auf dieser Seite
  • wenn Sie noch in einer gewaltvollen oder bedrohlichen Situation leben: dann geht es zuerst um Schutz und Sicherheit
  • wenn körperliche Ursachen von Beschwerden nicht abgeklärt sind: dann zuerst in die hausärztliche Praxis
  • wenn eine schwere psychische Erkrankung, starke Dissoziation oder eine Abhängigkeit im Vordergrund steht, die ärztlich oder stationär behandelt werden sollte
  • bei Augenerkrankungen: Töne oder Berührungen statt Augenbewegungen, nach Rücksprache

Wenn Sie eine Behandlung mit Kassenabrechnung suchen, ist eine approbierte Psychotherapeutin oder ein approbierter Psychotherapeut der richtige Weg; einen Termin vermittelt die Terminservicestelle unter 116117. Ein Heilpraktiker für Psychotherapie ersetzt keine ärztliche Diagnostik.

Was kostet EMDR in der Praxis Neuroplast?

Laut Preisliste kostet eine Sitzung 80 € je Stunde. Pakete mit 10 Stunden (75 € je Stunde) oder 30 Stunden (70 € je Stunde); die Bedingungen besprechen Sie im Erstgespräch. Ratenzahlung ist nach Absprache möglich. Das Erstgespräch ist kostenlos. Dauer und Ablauf des Erstgesprächs besprechen Sie am Telefon.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten beim Heilpraktiker nicht, auch nicht über das Kostenerstattungsverfahren. Ob eine private Krankenversicherung oder Zusatzversicherung etwas übernimmt, hängt von Ihrem Vertrag ab. Alle Preise stehen auf der Preisseite.

EMDR in Düsseldorf, Wülfrath und Umgebung

Die Praxis Neuroplast liegt in Wülfrath im Kreis Mettmann, Wilhelmstraße 96, und hat keinen Standort in Düsseldorf. Wer EMDR in Düsseldorf oder Umgebung sucht und für die Termine nach Wülfrath kommen kann, ist im kostenlosen Erstgespräch willkommen. Wer eine EMDR-Therapie mit Kassenabrechnung sucht, findet approbierte Behandelnde über die Terminservicestelle 116117. Mehr zur Traumatherapie vor Ort steht auf der Seite Traumatherapie in Wülfrath.

Möchten Sie klären, ob EMDR für Ihr Anliegen in Frage kommt?

Im kostenlosen Erstgespräch klären Sie Ihre Fragen zu EMDR, zum Ablauf und zu den Kosten. Rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail; Name, Telefonnummer und Wunschzeit genügen.

  • Kostenloses Erstgespräch. Dauer und Ablauf des Erstgesprächs besprechen Sie am Telefon.
  • Heilpraktiker für Psychotherapie, keine Kassenleistung
  • Praxis in Wülfrath, Wilhelmstraße 96, 42489 Wülfrath
  • Telefon 0176 36722373

Für die Terminanfrage genügen Name, Telefonnummer und Wunschzeit. Beschwerden oder Vorgeschichte müssen Sie vorab nicht schildern.

Häufige Fragen zur EMDR-Therapie

Wie läuft eine EMDR-Therapie ab?

EMDR folgt einem festen Ablauf in acht Phasen. Am Anfang stehen ein ausführliches Vorgespräch, die Planung und die Vorbereitung, zum Beispiel mit Übungen zum Umgang mit Anspannung. Erst dann wird eine belastende Erinnerung bearbeitet: Sie richten die Aufmerksamkeit darauf, während kurze Serien von Augenbewegungen, Tönen oder Berührungen abwechselnd links und rechts gesetzt werden. Jede Sitzung endet mit einem stabilen Abschluss, die nächste beginnt mit einer Überprüfung. Wie viele Sitzungen nötig sind, ist individuell sehr verschieden.

Welche Nebenwirkungen kann EMDR haben?

Weil EMDR mit dem Wiedererinnern belastender Inhalte arbeitet, können während und nach einer Sitzung seelische und körperliche Belastungen auftreten, etwa starke Gefühle, Unruhe, Erschöpfung oder lebhafte Träume, laut Aufklärungsbogen der Fachgesellschaft EMDRIA in seltenen Fällen auch länger. Die S3-Leitlinie PTBS nennt eine genauere Beschreibung der Nebenwirkungen ausdrücklich als Forschungsbedarf. Sprechen Sie Belastungen in der nächsten Sitzung offen an. In einer akuten Krise helfen die Nummern oben auf dieser Seite, nicht die Praxis.

Was kostet EMDR beim Heilpraktiker?

In der Praxis Neuroplast kostet eine Sitzung laut Preisliste 80 Euro je Stunde. Pakete mit 10 Stunden kosten 75 Euro je Stunde, mit 30 Stunden 70 Euro je Stunde; die Bedingungen besprechen Sie im Erstgespräch, das kostenlos ist. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten beim Heilpraktiker nicht, auch nicht über Kostenerstattung. Ob eine private Versicherung etwas übernimmt, hängt von Ihrem Vertrag ab. Bei approbierten Psychotherapeutinnen ist EMDR bei PTBS Kassenleistung.

Für wen ist EMDR nicht geeignet?

EMDR ist nicht für jeden Menschen zu jedem Zeitpunkt passend. Zurückhaltung ist zum Beispiel angebracht, wenn eine akute Krise oder Lebensgefahr im Vordergrund steht, wenn Sie noch in einer gewaltvollen Situation leben, wenn körperliche Ursachen von Beschwerden nicht abgeklärt sind oder wenn eine schwere psychische Erkrankung zuerst ärztlich behandelt werden sollte. Bei Augenbeschwerden können Töne oder Berührungen statt Augenbewegungen genutzt werden. Ob EMDR für Sie in Frage kommt, klären Sie vorab im Gespräch.

Quellen

Weitere Hilfen

Anbieter dieses Informationsangebots: Matthias Kranz, Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie).

Grundlage: S3-Leitlinie PTBS (AWMF 155-001, Fassung 27.02.2026), Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (2006), G-BA-Beschlüsse zu EMDR (2014, 2024), Patientenaufklärung EMDRIA; geprüft 13.10.2026.

Stand 10/2026 · nächste inhaltliche Prüfung spätestens 10/2027

Änderungsprotokoll:

  • 13.10.2026: Neufassung der Bestandsseite: Evidenz mit Quellen, Nebenwirkungen, Kritik, Kosten, Abschnitt EMDR, Hypnose oder Gesprächstherapie; Werbe- und Heilversprechen entfernt

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