Flugangst und Angst beim Autofahren: was Betroffenen helfen kann

Angst vor dem Fliegen oder beim Autofahren ist verbreitet und meist gut erklärbar. Diese Seite ordnet ein, was dahinterstecken kann, bietet eine Selbsthilfe-Liste für Flugzeug und Auto und zeigt, wann eine Behandlung sinnvoll sein kann, Stand 10/2026.

Selbstzahlerpraxis, keine Kassenleistung

Matthias Kranz ist Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie) und kein approbierter Psychotherapeut. Die Behandlung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, auch nicht über das Kostenerstattungsverfahren. Ob eine private Krankenversicherung oder Zusatzversicherung etwas erstattet, hängt von Ihrem Vertrag ab und ist nicht garantiert. In NRW sind psychotherapeutische Leistungen von Heilpraktikern nicht beihilfefähig. Wer einen Therapieplatz mit Kassenabrechnung sucht, erreicht die Terminservicestelle unter 116117.

Erst körperlich abklären, wenn Panik dazukommt

Herzrasen, Atemnot, Schwindel oder Enge in der Brust können Angst sein, aber auch ein körperliches Problem. Die S3-Leitlinie Angststörungen empfiehlt, körperliche Ursachen zuerst ärztlich auszuschließen, mit Befragung, Untersuchung, Labor und EKG. Bei Brustschmerz über fünf Minuten, starker Atemnot, Lähmung oder Sprachstörung gilt der Notruf 112. Schwindel oder Sehstörungen beim Fahren gehören ebenfalls ärztlich angesehen, bevor Sie sie als Angst einordnen.

Was hinter der Angst stecken kann

  • Angst vor dem Fliegen: Die Leitlinie nennt das Fliegen mit dem Flugzeug als Beispiel einer spezifischen Phobie, also einer Angst vor einer einzelnen Situation.
  • Angst in Situationen ohne schnellen Ausweg: Bei einer Agoraphobie fürchten Menschen Orte, an denen Hilfe schwer erreichbar wäre. Fahrten mit Bus, Auto oder Flugzeug zählen laut Leitlinie dazu, ebenso die Autobahn ohne Ausfahrt in Sicht.
  • Panikattacken: Manche Menschen fürchten weniger das Fliegen oder Fahren als eine Panikattacke unterwegs. Mehr dazu auf der Seite Panikattacken und Panik-Karte.
  • Nach einem Unfall: Angst beim Fahren kann nach einem Unfall auftreten. Dazu gibt es die Seite Unfalltrauma verarbeiten.

Laut Leitlinie spricht man von einer Erkrankung erst, wenn Angst oder Vermeidung das normale Leben erheblich beeinträchtigen. Angst vor einer Turbulenz oder ein mulmiges Gefühl auf der Autobahn allein ist keine Störung. Diese Einordnung ist keine Diagnose; die stellen Ärztinnen, Ärzte oder approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

Selbsthilfe-Liste

Die Liste sammelt Hinweise, die vielen Menschen den Alltag erleichtern. Sie ist keine Behandlung, nicht validiert und hat keine Punkte und keine Auswertung. Wie gut ein Punkt hilft, ist sehr verschieden. Nehmen Sie, was zu Ihnen passt.

Im Flugzeug

  • Sich vorab über Abläufe informieren: Geräusche beim Start, Fahrwerk, Turbulenzen. Was erklärbar ist, wirkt oft weniger bedrohlich.
  • Früh am Flughafen sein und Puffer einplanen, damit Zeitdruck nicht zur Angst dazukommt.
  • Einen Platz wählen, der sich für Sie angenehmer anfühlt, zum Beispiel am Gang.
  • Der Crew sagen, dass Sie Flugangst haben. Das ist dort ein bekanntes Thema.
  • Ablenkung mitnehmen, die Sie wirklich fesselt: Musik, Hörbuch, Rätsel.
  • Eine Atemübung vorher zu Hause üben, nicht erst im Flugzeug (siehe Seite Nervensystem regulieren).
  • Flüge nicht dauerhaft meiden, wenn Sie eigentlich fliegen möchten. Vermeidung hält Angst oft aufrecht.

Im Auto und auf der Autobahn

  • Mit kurzen, vertrauten Strecken bei ruhigem Verkehr beginnen und die Strecke langsam ausweiten.
  • Pausen und Parkplätze vorher planen, damit Sie wissen, wo Sie anhalten können.
  • Auf der Autobahn zunächst die rechte Spur nutzen und genug Abstand halten.
  • Eine vertraute Person als Beifahrerin oder Beifahrer mitnehmen, später wieder allein fahren.
  • Nach längerer Pause oder einem Unfall eine Auffrischungsstunde in einer Fahrschule erwägen.
  • Wenn die Angst beim Fahren kommt: bis zum nächsten Parkplatz oder zur nächsten Ausfahrt fahren, anhalten, langsam ausatmen. Den Seitenstreifen nur im echten Notfall nutzen.
  • Fühlen Sie sich nicht fahrsicher, fahren Sie nicht. Ihre Sicherheit und die anderer geht vor.

Atemübungen und Übungen zur Orientierung im Raum stehen auf der Seite Nervensystem regulieren. Probieren Sie sie zuerst in Ruhe aus, nicht erst in der angstvollen Situation.

Seminare, Reiseplanung und Behandlung

Wer Flugangst sucht, findet vor allem Reiseratgeber und Seminare. Fluggesellschaften und andere Anbieter bieten Seminare gegen Flugangst an, teils mit einem Begleitflug; Stiftung Warentest hat solche Angebote 2012 verglichen. Inhalte, Dauer, Leitung und Qualifikation unterscheiden sich. Fragen Sie vor der Buchung, wer das Seminar leitet und was passiert, wenn die Angst sehr stark wird.

Eine Behandlung ist etwas anderes als ein Seminar. Die S3-Leitlinie empfiehlt bei spezifischen Phobien eine kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition; bei Flugangst kann Exposition in virtueller Realität angeboten werden, wenn eine Übung in der Wirklichkeit nicht möglich ist. Diese Leistungen bieten approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten auch über die gesetzliche Krankenkasse an (Terminservicestelle 116117).

Die Praxis Neuroplast arbeitet mit CTW-Hypnosetherapie und weiteren Methoden. Hypnose nennt die Leitlinie für Phobien nicht als empfohlenes Verfahren. Ob eine Behandlung in der Praxis passt, klären Sie im kostenlosen Erstgespräch; eine Wirkung oder Sitzungszahl lässt sich nicht zusagen.

Wann ein anderer Weg besser passt

  • Neue oder unklare körperliche Beschwerden: Hausarztpraxis, abends und am Wochenende 116117.
  • Sie möchten eine Behandlung über die gesetzliche Krankenkasse: Terminservicestelle 116117.
  • Die Angst hängt mit einem schweren Unfall zusammen und Sie erleben Bilder oder Albträume davon: Lassen Sie das ärztlich oder psychotherapeutisch einordnen.
Möchten Sie Ihre Angst in einem Gespräch angehen?

Rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail. Für die Anfrage genügen Name, Telefonnummer und Wunschzeit; was Ihnen Angst macht, müssen Sie vorab nicht schildern.

  • Kostenloses Erstgespräch. Dauer und Ablauf des Erstgesprächs besprechen Sie am Telefon.
  • 80 € je Stunde, Selbstzahlerpraxis
  • Heilpraktiker für Psychotherapie, keine Kassenleistung
  • Praxis in Wülfrath, Wilhelmstraße 96, 42489 Wülfrath
  • Telefon 0176 36722373

Für die Terminanfrage genügen Name, Telefonnummer und Wunschzeit. Beschwerden oder Vorgeschichte müssen Sie vorab nicht schildern.

Häufige Fragen

Was hilft gegen Flugangst?

Für eine ausgeprägte Angst vor dem Fliegen empfiehlt die S3-Leitlinie Angststörungen vor allem Expositionstherapie, also die begleitete, schrittweise Auseinandersetzung mit der gefürchteten Situation. Wenn das in der Wirklichkeit nicht möglich ist, kann Exposition in virtueller Realität angeboten werden, wo verfügbar. Daneben helfen vielen Menschen Information über Abläufe an Bord, Zeitpuffer, eine geübte Atemübung und Ablenkung. Fluggesellschaften und andere Anbieter bieten Seminare an, deren Inhalte und Leitung sich unterscheiden. Wie gut etwas hilft, ist individuell sehr verschieden.

Warum bekomme ich auf der Autobahn Panik?

Auf der Autobahn kommen mehrere Dinge zusammen: hohe Geschwindigkeit, wenig Möglichkeiten anzuhalten und das Gefühl, nicht schnell aussteigen zu können. Die S3-Leitlinie Angststörungen beschreibt, dass Menschen mit Agoraphobie Situationen fürchten, in denen Hilfe schwer erreichbar wäre, und nennt Fahrten mit Bus oder Auto ausdrücklich. Manchmal steht auch ein früheres Unfallerlebnis dahinter. Welche Erklärung bei Ihnen zutrifft, lässt sich nur im Gespräch klären. Treten Brustschmerz, Atemnot oder Schwindel auf, lassen Sie das zuerst ärztlich abklären.

Kann Hypnose bei Flugangst helfen?

Manche Menschen suchen bei Flugangst gezielt eine Hypnosetherapie. Die S3-Leitlinie Angststörungen nennt Hypnose für spezifische Phobien jedoch nicht als empfohlenes Verfahren, empfohlen wird dort Expositionstherapie. Die Praxis Neuroplast arbeitet unter anderem mit CTW-Hypnosetherapie und beschreibt die Methode auf einer eigenen Seite. Eine Wirkung lässt sich nicht zusagen, und wie viele Sitzungen nötig wären, ist individuell sehr verschieden. Ob die Methode zu Ihrem Anliegen passt oder ein anderer Weg besser ist, klären Sie im kostenlosen Erstgespräch.

Wann ist eine Behandlung sinnvoll?

Laut S3-Leitlinie spricht man von einer Erkrankung erst, wenn Angst oder Vermeidung das normale Leben erheblich beeinträchtigen. Das kann der Fall sein, wenn Sie Reisen, berufliche Termine oder Besuche bei Familie absagen, nur noch Umwege fahren oder schon Tage vorher an nichts anderes denken. Dann kann eine Behandlung sinnvoll sein. Über die gesetzliche Krankenkasse erreichen Sie approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten über die Terminservicestelle 116117. Die Praxis Neuroplast ist eine Selbstzahlerpraxis und bietet ein kostenloses Erstgespräch an.

Quellen

Weitere Hilfen

Anbieter dieses Informationsangebots: Matthias Kranz, Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie).

Grundlage: S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen (AWMF 051-028, Kurzfassung 2021, Patientenversion 2022), Abruf 13.10.2026. Selbsthilfe-Liste: allgemeine Alltagshinweise ohne Wirksamkeitsanspruch.

Stand 10/2026 · nächste inhaltliche Prüfung spätestens 10/2027

Änderungsprotokoll:

  • 13.10.2026: Erstfassung
Neuroplast.de | Matthias Kranz in Wülfrath

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