Panikattacken: wie sie sich äußern, Panik in der Nacht und Notfallkarte

Panikattacken fühlen sich oft an wie ein körperlicher Notfall. Diese Seite erklärt, woran Sie einen Notfall erkennen, wie sich eine Panikattacke äußern kann, auch nachts aus dem Schlaf heraus, und bietet eine Panik-Karte zum Ausdrucken, Stand 10/2026.

Selbstzahlerpraxis, keine Kassenleistung

Matthias Kranz ist Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie) und kein approbierter Psychotherapeut. Die Behandlung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, auch nicht über das Kostenerstattungsverfahren. Ob eine private Krankenversicherung oder Zusatzversicherung etwas erstattet, hängt von Ihrem Vertrag ab und ist nicht garantiert. In NRW sind psychotherapeutische Leistungen von Heilpraktikern nicht beihilfefähig. Wer einen Therapieplatz mit Kassenabrechnung sucht, erreicht die Terminservicestelle unter 116117.

Zuerst: Notfall ausschließen

Rufen Sie sofort den Notruf 112, nicht den Bereitschaftsdienst, bei:

  • Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust, die länger als fünf Minuten anhalten oder in Arm, Rücken, Hals, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen
  • starke Atemnot, kalter Schweiß, Blässe, Übelkeit, Schwäche oder Bewusstlosigkeit
  • plötzliche Lähmung, Taubheitsgefühl auf einer Körperseite, Sprachstörung oder herabhängender Mundwinkel
  • Beschwerden, die Ihnen anders vorkommen als sonst, oder wenn Sie unsicher sind

Das gilt auch nachts: Warten Sie bei solchen Beschwerden nicht bis zum Morgen (gesund.bund.de). Eine Panikattacke lässt sich von außen und von innen oft nicht sicher von einem Herzproblem unterscheiden. Deshalb gehört die erste Einordnung in ärztliche Hände.

Erst körperlich abklären lassen

Die S3-Leitlinie Angststörungen empfiehlt, mögliche körperliche Ursachen, zum Beispiel Erkrankungen von Herz oder Lunge, vor einer psychischen Einordnung auszuschließen. Dazu gehören mindestens eine ausführliche Befragung, eine körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen und ein EKG. Erste Anlaufstelle ist Ihre Hausarztpraxis, abends und am Wochenende der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Auch wenn frühere Untersuchungen unauffällig waren: Neue oder veränderte Beschwerden lassen Sie bitte erneut ansehen.

Vorschau der Panik-Karte zum Ausschneiden mit Notfallzeichen, vier Schritten und Krisennummern

Wie sich eine Panikattacke äußern kann

Die Leitlinie beschreibt Panikattacken als plötzlich auftretende Angstanfälle, die innerhalb von Minuten an Stärke zunehmen, mit körperlichen Ausdrucksformen wie diesen:

  • Herzrasen oder Herzklopfen
  • Schwitzen, Zittern oder Beben
  • Mundtrockenheit
  • Atemnot, Erstickungsgefühl oder Enge im Hals
  • Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust
  • Übelkeit oder Bauchbeschwerden
  • Schwindel, Unsicherheit, Benommenheit oder das Gefühl, ohnmächtig zu werden
  • das Gefühl, dass Dinge unwirklich sind oder man selbst nicht richtig da ist
  • Hitzewallungen oder Kälteschauer
  • Taubheits- oder Kribbelgefühle
  • Angst, die Kontrolle zu verlieren, ohnmächtig zu werden oder zu sterben

Liste ohne Punkte und ohne Auswertung, nicht validiert, keine Selbstdiagnose. Eine Diagnose stellen Ärztinnen und Ärzte oder approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

Laut MSD Manual erreichen die Beschwerden meist innerhalb von zehn Minuten ihren Höhepunkt und klingen dann wieder ab. Viele Menschen erleben danach Erschöpfung und die Sorge vor der nächsten Attacke. Wer diese Sorge kennt, meidet oft Orte oder Situationen, in denen schon einmal eine Attacke kam. Das ist verständlich, kann den Alltag aber nach und nach enger machen.

Panikattacke beim Schlafen

Manche Menschen wachen nachts mit Herzrasen, Atemnot und starker Angst auf, ohne geträumt zu haben. In der Fachliteratur heißt das nächtliche Panik. Eine Übersichtsarbeit von Craske und Tsao (2005) beschreibt sie als Aufwachen aus dem Schlaf in einem Zustand von Panik. Je nach Studie berichteten 44 bis 71 Prozent der untersuchten Menschen mit Panikstörung von mindestens einer solchen Attacke. Sie tritt danach außerhalb des Traumschlafs auf und ist etwas anderes als ein Albtraum, nächtliches Aufschrecken oder Atemaussetzer im Schlaf.

  • Gerade nachts lassen sich Herz, Atmung und Schlaf nicht selbst beurteilen. Bei den Warnzeichen oben gilt 112.
  • Wiederholte nächtliche Anfälle sollten ärztlich abgeklärt werden, bei Bedarf auch im Schlaflabor, um zum Beispiel Atemaussetzer auszuschließen.
  • Was nach dem Aufwachen helfen kann: Licht an, aufsetzen, Füße auf den Boden, langsam ausatmen, den Raum benennen. Die Panik-Karte auf dem Nachttisch fasst das zusammen.

Was im Moment helfen kann

Diese Schritte sind allgemeine Selbsthilfe für vertraute, ärztlich abgeklärte Beschwerden. Sie sind keine Behandlung, und wie gut sie entlasten, ist individuell sehr verschieden. Wenn ein Schritt Ihre Beschwerden verstärkt, lassen Sie ihn weg.

  1. Einordnen: Prüfen Sie zuerst die Warnzeichen oben. Trifft eines zu, rufen Sie 112. Sind Ihre Beschwerden ärztlich abgeklärt und kennen Sie sie, dürfen Sie sich sagen: Das ist die Angst, sie steigt und fällt wieder.
  2. Langsam ausatmen: Atmen Sie ruhig durch die Nase ein und lassen Sie die Luft länger aus, als Sie eingeatmet haben, etwa durch leicht geöffnete Lippen. Zwingen Sie sich nicht zu tiefen Atemzügen. Wird Ihnen schwindelig, atmen Sie wieder normal.
  3. Boden spüren: Setzen Sie sich, wenn möglich, und stellen Sie beide Füße auf den Boden. Drücken Sie die Fersen leicht nach unten und spüren Sie die Sitzfläche.
  4. Den Raum benennen: Benennen Sie leise drei Dinge, die Sie sehen, drei Geräusche, die Sie hören, und drei Dinge, die Sie spüren. Das lenkt die Aufmerksamkeit nach außen.
  5. Die Welle lassen: Gegen die Angst anzukämpfen, verstärkt sie oft. Bleiben Sie, wo Sie sicher sind, und lassen Sie die Welle kommen und gehen. Nach einer Attacke dürfen Sie sich ausruhen.

Nach der S3-Leitlinie können auch Entspannungsübungen bei manchen Menschen Angst verstärken; probieren Sie Neues deshalb zuerst in einem ruhigen Moment aus. Weitere Übungen stehen auf der Seite Nervensystem regulieren.

Die Panik-Karte

Die Karte im Kreditkartenformat passt in Geldbörse, Handyhülle oder auf den Nachttisch. Vorne stehen die Notfallzeichen und vier Schritte, hinten die Notrufnummern und zwei freie Zeilen für eine Kontaktperson und Ihre Hausarztpraxis. Die PDF enthält zwei Karten zum Ausschneiden und Falten. Sie brauchen keine Anmeldung, und was Sie eintragen, bleibt bei Ihnen.

Wann eine Behandlung sinnvoll sein kann

Wenn Panikattacken wiederkommen, Sie Orte meiden oder die Angst vor der nächsten Attacke Ihren Alltag bestimmt, kann eine Behandlung sinnvoll sein. Die S3-Leitlinie empfiehlt bei Panikstörung vor allem kognitive Verhaltenstherapie, über die gesetzliche Krankenkasse erhältlich bei approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (Terminservicestelle 116117). Weitere Behandlungsmöglichkeiten besprechen Sie ärztlich.

Die Praxis Neuroplast arbeitet mit Methoden wie CTW-Hypnosetherapie und EMDR. Diese Verfahren nennt die Leitlinie für Panikattacken nicht als Standard. Ob eine Behandlung in der Praxis zu Ihrem Anliegen passt oder ein anderer Weg besser ist, klären Sie im kostenlosen Erstgespräch. Eine Wirkung oder Dauer lässt sich nicht vorhersagen; sie ist individuell sehr verschieden.

Möchten Sie über Ihre Panikattacken sprechen?

Rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail. Für die Anfrage genügen Name, Telefonnummer und Wunschzeit; Ihre Beschwerden müssen Sie vorab nicht schildern.

  • Kostenloses Erstgespräch. Dauer und Ablauf des Erstgesprächs besprechen Sie am Telefon.
  • 80 € je Stunde, Selbstzahlerpraxis
  • Heilpraktiker für Psychotherapie, keine Kassenleistung
  • Praxis in Wülfrath, Wilhelmstraße 96, 42489 Wülfrath
  • Telefon 0176 36722373

Für die Terminanfrage genügen Name, Telefonnummer und Wunschzeit. Beschwerden oder Vorgeschichte müssen Sie vorab nicht schildern.

Häufige Fragen

Wie äußert sich eine Panikattacke?

Eine Panikattacke ist ein plötzlicher Anfall starker Angst mit körperlichen Beschwerden. Die S3-Leitlinie Angststörungen nennt unter anderem Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Enge in der Brust, Übelkeit, Schwindel, Kribbeln, Hitze oder Kälte und die Angst, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben. Die Beschwerden nehmen innerhalb von Minuten zu und erreichen laut MSD Manual meist innerhalb von zehn Minuten ihren Höhepunkt. Weil Herz- und Lungenerkrankungen ähnliche Beschwerden machen können, gehört die erste Einordnung in ärztliche Hände. Diese Seite stellt keine Diagnose.

Warum kommen Panikattacken nachts im Schlaf?

Manche Menschen wachen aus dem Schlaf mit starker Angst und Herzrasen auf. Fachleute sprechen von nächtlicher Panik. Eine Übersichtsarbeit von Craske und Tsao (2005) beschreibt, dass 44 bis 71 Prozent der untersuchten Menschen mit Panikstörung mindestens eine solche Attacke erlebt haben. Sie tritt laut dieser Arbeit im Tiefschlafanteil auf und ist von Albträumen, nächtlichem Aufschrecken und Atemaussetzern im Schlaf zu unterscheiden. Eine eindeutige Ursache für den Einzelfall gibt es nicht. Deshalb sollten nächtliche Anfälle ärztlich abgeklärt werden, bei Bedarf auch im Schlaflabor.

Was hilft bei einer Panikattacke sofort?

Zuerst prüfen Sie, ob Warnzeichen für einen Notfall vorliegen: Brustschmerz über fünf Minuten, starke Atemnot, Lähmung oder Sprachstörung. Dann gilt 112. Sind die Beschwerden ärztlich abgeklärt und vertraut, hilft vielen Menschen, langsam und länger auszuatmen, die Füße auf den Boden zu stellen und drei Dinge zu benennen, die sie sehen, hören und spüren. Gegen die Angst anzukämpfen, verstärkt sie oft. Wie gut das im Einzelfall entlastet, ist sehr verschieden. Die Panik-Karte auf dieser Seite fasst diese Schritte zusammen.

Wann muss ich bei Herzrasen den Notruf wählen?

Wählen Sie 112, wenn Herzrasen mit Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust einhergeht, die länger als fünf Minuten anhalten oder in Arm, Rücken, Hals, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen, oder mit starker Atemnot, kaltem Schweiß, Schwäche oder Bewusstlosigkeit. Laut gesund.bund.de ist dann der Rettungsdienst richtig, nicht der ärztliche Bereitschaftsdienst, und nachts sollten Betroffene nicht bis zum Morgen warten. Auch wenn Sie unsicher sind, ist der Notruf die richtige Wahl. Lieber einmal zu oft abgeklärt als einmal zu wenig.

Quellen

Weitere Hilfen

Anbieter dieses Informationsangebots: Matthias Kranz, Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie).

Grundlage: S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen (AWMF 051-028, Kurzfassung 2021, Patientenversion 2022); gesund.bund.de Herzinfarkt und Schlaganfall; Craske und Tsao 2005; Abruf 13.10.2026.

Stand 10/2026 · nächste inhaltliche Prüfung spätestens 10/2027

Änderungsprotokoll:

  • 13.10.2026: Erstfassung
Neuroplast.de | Matthias Kranz in Wülfrath

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