Angehörige mit Trauma oder PTBS unterstützen, ohne zu drängen
Dieser Leitfaden richtet sich an Erwachsene: Partnerinnen und Partner, Eltern und Freunde eines Menschen, der Belastendes erlebt hat, mit oder ohne Diagnose. Er zeigt, was oft hilft, was eher belastet, wie Sie Hilfe ansprechen und wo Sie selbst Unterstützung finden, Stand 10/2026.
Selbstzahlerpraxis, keine Kassenleistung
Matthias Kranz ist Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie) und kein approbierter Psychotherapeut. Die Behandlung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, auch nicht über das Kostenerstattungsverfahren. Ob eine private Krankenversicherung oder Zusatzversicherung etwas erstattet, hängt von Ihrem Vertrag ab und ist nicht garantiert. In NRW sind psychotherapeutische Leistungen von Heilpraktikern nicht beihilfefähig. Wer einen Therapieplatz mit Kassenabrechnung sucht, erreicht die Terminservicestelle unter 116117.
Nach einem schweren Erlebnis verändern sich viele Menschen: Sie ziehen sich zurück, schlafen schlecht, sind schreckhaft oder wirken innerlich wie taub. gesund.bund.de beschreibt solche Veränderungen bei einer posttraumatischen Belastungsstörung. Die S3-Leitlinie PTBS (Fassung vom 27.02.2026) betont aber auch, dass Reaktionen nach belastenden Ereignissen nicht mit einer PTBS gleichzusetzen sind und akute Belastungsreaktionen häufig von selbst abklingen.
Für Sie heißt das: Sie müssen und sollten keine Diagnose stellen. Ob eine Erkrankung vorliegt, klären Ärztinnen und Ärzte oder approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit der betroffenen Person selbst. Ihre Rolle ist eine andere: da sein, entlasten und auf sich achten.
Was oft hilft
Da sein und zuhören, ohne nachzubohren. Die Person entscheidet, was und wie viel sie erzählt.
Kontrolle lassen: fragen statt bestimmen, zum Beispiel „Möchtest du lieber reden oder einfach spazieren gehen?“
Verlässlichkeit bieten: Absprachen einhalten, Routinen im Alltag beibehalten.
Rückzug aushalten, ohne den Kontakt abzubrechen. Ein kurzes Zeichen genügt: „Ich bin da, wenn du magst.“
Konkrete Hilfe anbieten: Begleitung zu einem Termin, Einkauf, Kinderbetreuung, Papierkram.
Reaktionen wie Schreckhaftigkeit oder Gereiztheit nicht persönlich nehmen und trotzdem eigene Grenzen benennen.
Was eher belastet
Drängen, das Erlebte zu erzählen, oder nach Einzelheiten fragen.
Sätze wie „Reiß dich zusammen“, „Das ist doch schon lange her“ oder „Andere hatten es schlimmer“.
Selbst eine Diagnose stellen oder im Freundeskreis darüber sprechen.
Ohne Absprache Termine vereinbaren oder Fachleute einschalten, außer bei Gefahr.
Zu Orten, Menschen oder Situationen drängen, die an das Erlebte erinnern.
Die eigene Erschöpfung übergehen, bis nichts mehr geht.
Allgemeine Hinweise ohne Punkte und ohne Auswertung, nicht validiert. Jeder Mensch reagiert anders; was dem einen hilft, belastet den anderen.
Hilfe ansprechen, ohne zu drängen
Einen ruhigen Moment wählen, nicht im Streit und nicht direkt nach einer belastenden Situation.
Von sich sprechen: „Ich mache mir Sorgen, weil ich sehe, dass du kaum noch schläfst.“
Möglichkeiten nennen statt eine Lösung vorzugeben: Hausarztpraxis, Terminservicestelle 116117, ein Erstgespräch.
Die Entscheidung bei der Person lassen und das Thema später noch einmal anbieten, wenn sie Nein sagt.
Anbieten, bei der Suche oder zum ersten Termin zu begleiten, wenn das gewünscht ist.
Ist die Person erwachsen, entscheidet sie selbst, ob und wann sie Hilfe sucht. Das kann für Angehörige schwer auszuhalten sein. Eine Ausnahme ist akute Gefahr für die Person selbst oder für andere: Dann rufen Sie den Notruf 112, auch ohne Zustimmung.
Wenn die Person Erinnerungen hat, die sie plötzlich überfluten, kann die Seite Flashback: was im Moment hilft helfen. Wer über die Krankenkasse einen Therapieplatz sucht, findet auf der Seite Wartezeit auf Therapie überbrücken Anlaufstellen für die Wartezeit.
Wenn Kinder oder Jugendliche betroffen sind
Dieser Abschnitt richtet sich an Eltern. Erste Anlaufstellen sind die Kinder- und Jugendarztpraxis und Praxen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie; einen Termin über die gesetzliche Krankenkasse vermittelt die Terminservicestelle 116117. Eine Behandlung Minderjähriger setzt die Einwilligung der Sorgeberechtigten voraus. Ob die Praxis Neuroplast Minderjährige behandelt, klären Sie bitte vorab am Telefon.
Hilfe für Sie selbst
Eigene Pausen und Kontakte pflegen, auch ohne schlechtes Gewissen.
Mit jemandem sprechen, der nicht direkt betroffen ist: Freundeskreis, Hausarztpraxis, Selbsthilfe.
Ein eigenes Gespräch für sich selbst suchen, wenn die Belastung Sie selbst nicht mehr loslässt.
Auch ein Erstgespräch in der Praxis Neuroplast kann für Sie als Angehörige oder Angehöriger gedacht sein: für Ihre eigene Belastung, nicht als Gespräch über eine abwesende Person.
Möchten Sie als Angehöriger einen ersten Schritt besprechen?
Rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail. Für die Anfrage genügen Name, Telefonnummer und Wunschzeit. Über die betroffene Person müssen Sie vorab nichts schildern.
Kostenloses Erstgespräch. Dauer und Ablauf des Erstgesprächs besprechen Sie am Telefon.
80 € je Stunde, Selbstzahlerpraxis
Heilpraktiker für Psychotherapie, keine Kassenleistung
Praxis in Wülfrath, Wilhelmstraße 96, 42489 Wülfrath
Für die Terminanfrage genügen Name, Telefonnummer und Wunschzeit. Beschwerden oder Vorgeschichte müssen Sie vorab nicht schildern.
Häufige Fragen
Wie kann ich einem Menschen mit PTBS helfen?
Am meisten hilft oft, verlässlich da zu sein, ohne zu drängen. Hören Sie zu, wenn die Person erzählen möchte, fragen Sie aber nicht nach Einzelheiten. Lassen Sie ihr die Kontrolle über Gespräche und Entscheidungen, und bieten Sie konkrete Hilfe an, etwa im Alltag oder als Begleitung zu einem Termin. Ob tatsächlich eine PTBS vorliegt, klären Fachleute; nicht jede Reaktion nach einem schweren Erlebnis ist eine. Achten Sie dabei auch auf Ihre eigenen Grenzen.
Was sollte ich als Angehöriger vermeiden?
Belastend sind meist Druck und Bewertung: zum Erzählen drängen, Details erfragen, Sätze wie „Das ist doch lange her“ oder Vergleiche mit anderen. Stellen Sie auch keine eigene Diagnose und sprechen Sie nicht ohne Zustimmung mit Dritten über das Erlebte. Drängen Sie die Person nicht an Orte oder zu Menschen, die an das Ereignis erinnern. Vereinbaren Sie keine Termine über ihren Kopf hinweg. Eine Ausnahme ist akute Gefahr: Dann gilt der Notruf 112.
Wie spreche ich eine Therapie an?
Wählen Sie einen ruhigen Moment und sprechen Sie von sich: „Ich mache mir Sorgen, weil ich sehe, dass du kaum noch schläfst.“ Nennen Sie Möglichkeiten, statt eine Lösung vorzugeben: die Hausarztpraxis, die Terminservicestelle 116117 für einen Kassenplatz oder ein Erstgespräch in einer Praxis. Die Entscheidung bleibt bei der Person, wenn sie erwachsen ist. Sagt sie Nein, können Sie das Thema später noch einmal anbieten. Begleitung bei der Suche oder zum ersten Termin erleichtert vielen den Schritt.
Wo finden Angehörige selbst Unterstützung?
Angehörige tragen oft viel und brauchen selbst Entlastung. Das SeeleFon des Bundesverbands der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen bietet Telefon- und E-Mail-Beratung von Angehörigen für Angehörige, auch anonym. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar. Auch Ihre Hausarztpraxis und Selbsthilfegruppen sind Anlaufstellen. Wenn die Belastung Sie selbst nicht loslässt, ist ein eigenes Gespräch für Sie sinnvoll, unabhängig davon, ob die betroffene Person Hilfe sucht.
Anbieter dieses Informationsangebots:Matthias Kranz, Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie).
Grundlage: S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung (AWMF 155-001, Fassung vom 27.02.2026); gesund.bund.de PTBS; BApK SeeleFon; Abruf 13.10.2026. Leitfaden mit allgemeinen Hinweisen ohne Wirksamkeitsanspruch.
Stand 10/2026 · nächste inhaltliche Prüfung spätestens 10/2027
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