Derealisation und Depersonalisation: was dahinterstecken kann

Die Welt wirkt wie hinter Glas, oder Sie fühlen sich sich selbst fremd: Dieses Erleben heißt Derealisation oder Depersonalisation. Diese Seite beschreibt, wie es sich äußert, warum die körperliche Abklärung zuerst kommt und wann weitere Hilfe sinnvoll ist, Stand 10/2026.

Selbstzahlerpraxis, keine Kassenleistung

Matthias Kranz ist Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie) und kein approbierter Psychotherapeut. Die Behandlung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, auch nicht über das Kostenerstattungsverfahren. Ob eine private Krankenversicherung oder Zusatzversicherung etwas erstattet, hängt von Ihrem Vertrag ab und ist nicht garantiert. In NRW sind psychotherapeutische Leistungen von Heilpraktikern nicht beihilfefähig. Wer einen Therapieplatz mit Kassenabrechnung sucht, erreicht die Terminservicestelle unter 116117.

Wie sich das Erleben äußert

Derealisation

  • Die Umgebung wirkt fremd, unwirklich, neblig oder wie im Film.
  • Gegenstände wirken verändert in Größe, Farbe oder Entfernung.
  • Vertraute Menschen wirken fremd oder weit weg.

Depersonalisation

  • Sie beobachten sich selbst wie von außen.
  • Gefühle wirken gedämpft oder wie abgeschaltet.
  • Der eigene Körper, die Stimme oder das Spiegelbild fühlen sich fremd an.

Typisch ist laut ICD-11, dass die Realitätsprüfung erhalten bleibt: Sie wissen, dass die Welt nicht wirklich verändert ist und dass das Erleben von innen kommt. Die Beschreibungen oben sind Beispiele und keine Checkliste zur Selbstdiagnose.

Mögliche Zusammenhänge

Das MSD Manual nennt etwa die Hälfte aller Menschen, die ein solches Erleben schon einmal hatten. Es nennt als mögliche Auslöser unter anderem große Erschöpfung, Schlafmangel, lebensbedrohliche Situationen und bestimmte Drogen wie Cannabis, Halluzinogene, Ketamin oder Ecstasy. Häufig tritt das Erleben zusammen mit Angst, Panik oder depressiver Stimmung auf. Die S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung beschreibt Depersonalisation als mögliche Begleiterscheinung der komplexen PTBS.

Welcher Zusammenhang im Einzelfall besteht, lässt sich von außen und online nicht sagen. Ein Auslöser ist auch nicht dasselbe wie eine Ursache.

Körperliche Abklärung zuerst

Unwirklichkeitsgefühle können auch körperliche Ursachen haben oder durch Medikamente und Substanzen entstehen. Laut MSD Manual prüfen Ärztinnen und Ärzte deshalb unter anderem Anfallserkrankungen und Substanzgebrauch, bevor sie das Erleben einer psychischen Ursache zuordnen; je nach Lage gehören Blutuntersuchungen, EEG oder Bildgebung dazu. Erste Anlaufstelle ist Ihre Hausarztpraxis, außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.

Sofort 112, wenn das Erleben plötzlich zusammen mit Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, starkem Kopfschmerz, Bewusstseinsstörungen oder nach einer Kopfverletzung auftritt.

Was im Moment helfen kann

Das MSD Manual nennt Erdungstechniken mit den fünf Sinnen als Hilfe, sich wieder mit der Gegenwart verbunden zu fühlen: etwas anfassen, Geräusche benennen, Dinge im Raum beschreiben, die Füße auf dem Boden spüren. Eine Schritt-für-Schritt-Übung steht auf der Seite Flashback: was im Moment hilft. Wenn das Erleben zusammen mit Panik auftritt, finden Sie mehr auf der Seite Panikattacken und Panik-Karte. Solche Übungen ersetzen keine Abklärung.

Wann psychotherapeutische Hilfe sinnvoll ist

Wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen sind und das Erleben wiederkehrt, belastet oder Ihren Alltag einschränkt, kann eine psychotherapeutische Abklärung folgen. Laut MSD Manual ist Psychotherapie der wichtigste Behandlungsansatz; ein Medikament mit klar belegter Wirkung gibt es nicht. Die Beschwerden klingen manchmal auch ohne Behandlung ab.

Eine Diagnose stellen ärztliche oder approbierte psychotherapeutische Fachleute; Termine mit Kassenabrechnung vermittelt die Terminservicestelle 116117. Die Praxis Neuroplast in Wülfrath ist eine Selbstzahlerpraxis; laut Website gehören Traumatherapie und Angsttherapie zu ihren Angeboten. Im kostenlosen Erstgespräch lässt sich besprechen, ob die Arbeitsweise dort zu Ihrem Anliegen passt. Online-Tests zu diesem Thema ersetzen keine Abklärung; warum, steht auf der Seite Depersonalisation: was Online-Tests leisten.

Möchten Sie das Erleben in einem Gespräch einordnen?

Rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail. Für die Anfrage genügen Name, Telefonnummer und Wunschzeit. Bitte lassen Sie körperliche Ursachen vorher ärztlich abklären.

  • Kostenloses Erstgespräch. Dauer und Ablauf des Erstgesprächs besprechen Sie am Telefon.
  • 80 € je Stunde, Selbstzahlerpraxis
  • Heilpraktiker für Psychotherapie, keine Kassenleistung
  • Praxis in Wülfrath, Wilhelmstraße 96, 42489 Wülfrath
  • Telefon 0176 36722373

Für die Terminanfrage genügen Name, Telefonnummer und Wunschzeit. Beschwerden oder Vorgeschichte müssen Sie vorab nicht schildern.

Häufige Fragen

Was ist Derealisation?

Derealisation bezeichnet das Erleben, dass die Umgebung fremd, unwirklich oder wie hinter Glas wirkt: Räume, Gegenstände oder andere Menschen scheinen verändert, weit weg oder wie im Film. Die ICD-11 beschreibt Derealisation als Erleben anderer Menschen, Gegenstände oder der Welt als fremd oder unwirklich. Typisch ist, dass Betroffene dabei wissen, dass die Welt nicht wirklich verändert ist. Kurze Episoden kennen viele Menschen, etwa bei großer Erschöpfung oder starker Anspannung.

Was ist der Unterschied zwischen Derealisation und Depersonalisation?

Bei der Derealisation wirkt die Umgebung unwirklich. Bei der Depersonalisation wirkt man sich selbst fremd: Gedanken, Gefühle, der eigene Körper oder das eigene Handeln fühlen sich an, als beobachte man sie von außen. Beides kann einzeln oder gemeinsam auftreten. Die ICD-11 fasst beides unter dem Begriff Depersonalisations-Derealisations-Erleben zusammen; eine Störung liegt nur vor, wenn das Erleben anhält oder wiederkehrt, deutlich belastet und andere Ursachen ausgeschlossen sind. Das klären Fachleute.

Ist Derealisation gefährlich?

Viele Menschen erleben Derealisation als sehr beunruhigend, oft verbunden mit der Sorge, die Kontrolle zu verlieren. Laut MSD Manual hat etwa die Hälfte aller Menschen ein solches Erleben schon einmal gehabt, eine anhaltende Störung betrifft nur einen kleinen Teil. Ob in Ihrem Fall eine körperliche Ursache dahintersteckt, lässt sich nur ärztlich klären. Sofort Hilfe über 112 ist nötig, wenn das Erleben plötzlich zusammen mit Lähmungen, Sprachstörungen, starkem Kopfschmerz, Bewusstseinsstörung oder nach einer Kopfverletzung auftritt.

Wann sollte ich wegen Derealisation zum Arzt?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn das Erleben wiederkehrt, länger anhält, Sie beunruhigt oder den Alltag beeinträchtigt, und immer dann, wenn es neu und ohne erkennbaren Anlass auftritt. Ärztinnen und Ärzte prüfen unter anderem, ob Medikamente, Substanzen, Anfallserkrankungen oder andere körperliche Ursachen in Frage kommen. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis, außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Danach kann eine psychotherapeutische Abklärung folgen.

Quellen

Weitere Hilfen

Anbieter dieses Informationsangebots: Matthias Kranz, Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktikererlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie).

Grundlage: WHO ICD-11 (6B66); MSD Manual, Ausgabe für Patienten (Prüfung 06/2025); S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung, AWMF 155-001, Version 7.0 (Fassung 27.02.2026); Abruf 13.10.2026.

Stand 10/2026 · nächste inhaltliche Prüfung spätestens 10/2027

Änderungsprotokoll:

  • 13.10.2026: Erstfassung
Neuroplast.de | Matthias Kranz in Wülfrath

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